Projektsteckbrief

Regionale Biomassestrategie für den Emscher Landschaftspark – KuLaRuhr, Teilprojekt 1, Maßnahme 1.3

Projekttitel

Verbundvorhaben "KuLaRuhr – Nachhaltige urbane Kulturlandschaft in der Metropole Ruhr", Teilprojekt 1: "Weiterentwicklung der urbanen Kulturlandschaft der Metropole Ruhr durch nachhaltiges Landschaftsmanagement", Maßnahme 1.3 "Regionale Biomassestrategie für den Emscher Landschaftspark"

Laufzeit

Verbundvorhaben: KuLaRuhr: 2011 - 2014
Maßnahme: 1.3: 06/2011 - 06/2014

Auftraggeber

BMBF – Fördermaßnahme "Nachhaltiges Landmanagement",
Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklung"
Projektträger: PTJ Jülich

Projektleitung

Leitung/ Koordination im Verbundprojekt KuLaRuhr: Prof Dr. Sures, Universität Duisburg-Essen

Leitung Maßnahme 1.3: Prof Dr.-Ing. J. Dettmar TU Darmstadt

Konsortium

Universität Duisburg-Essen
Angewandte Zoologie/Hydrobiologie
(Prof. Dr. Sures, Prof. Dr. D. Hering)
Umweltwirtschaft und Controlling
(Prof. Dr. C. Lange, Dipl.-Kfm. M. Pianowski)
Transportsysteme und-logistik
(Prof. Dr.-Ing. B. Noche, Dipl.-Ing. A. Al-Mansi)

Technische Universität Darmstadt
FB Architektur, FG Entwerfen u. Freiraumplanung (Prof. Dr.-Ing. Dettmar)

Hochschule Ostwestfalen-Lippe
FB 9 Landschaftsarchitektur und UmweltplanungFG Freiraumplanung im städtebaulichen Kontext
(Prof. Dr. Hans-Peter Rohler)

Ruhr-Universität Bochum
Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik
(Prof. Dr.-Ing. M. Wichern, 
Dipl.-Ing. M. Lübken, Dr. E. Maile)

Universität Kassel
(Prof Dr. D. Ipsen, Dr. S. Kost, Dr. H. Glasauer)

Heinemann & Partner Rechtsanwälte
(Dr. W. D. Sondermann)

Regionalverband Ruhr (RVR)
(Dipl.-Geogr. Frank Bothmann,
Michael Schwarze-Rodrian)

Landwirtschaftskammer des Landes NRW (LWK)
(B. Pölling, R. Born)

Emschergenossenschaft/Lippeverband
(Prof. Dr.-Ing. K.-G. Schmelz, Frau M. Semrau) 

Projektziele

Das Ruhrgebiet, mit seiner Kernzone des Emscher Landschaftsparks, ist wie fast kein anderer Ballungsraum in Deutschland vom Strukturwandel betroffen und hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden durch Fragen der Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Region bestimmt. Das Flächenmanagement betrifft Bereiche der Energieerzeugung, des Umwelt- und Artenschutzes, der Gewerbeflächenentwicklung und der Erreichung des 30-ha-Ziels.

Für den Emscher Landschaftspark bedeutet Flächenmanagement Regionalparkmanagement. Die zu Zeitender Internationalen Bauausstellung IBA-Emscher Park und im Nachgang durch das Ökologieporgramm Emscher-Lippe (ÖPEL) und Ziel 2-Mittel geförderten Projekte müssen auch weiterhin gepflegt und erhalten werden, was sich zunehmend schwieriger gestaltet. Die Kosten der Grünflächenämter haben sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt, ohne dass deren Budget angepasst wurde. Die Ruhrgebietskommunen sind größtenteils hoch verschuldet und pflegen manche Grünflächen nur noch auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungsniveau. Das Thema der Pflege eines 458 Quadratkilometer großen Regionalparks, der kommunal, institutionell und privat gepflegt und gestaltet wird, ist eng verknüpft mit der energetischen Nutzung der dabei anfallenden Materialien. 

Bereits im ebenfalls vom BMBF geförderten Vorgängerprojekt "Management, Entwicklung und Vegetation", das ein Parkpflegewerk für den Emscher Landschaftspark zum Ziel hatte (2006-2009), war ein zentraler Inhalt die Definition von "Parkprodukten", die die angemessene Gestaltung und Pflege der Anlagen auch über Gemeindegrenzen hinweg gewährleisten. Die damaligen Untersuchungen haben gezeigt, dass 90% aller Parkprodukte nicht in einer Zuständigkeit liegen oder nur einem Flächeneigentümer gehören. Daher ist die Notwendigkeit eines Park- und Pflegemanagements gegeben. Grün- und Gehölzschnitt fällt Jahr für Jahr als Koppelprodukt der Pflege an und wird bisher meist als Abfall zu relativ hohen Kosten entsorgt. Hinter dem Ansatz, dieses Material als Rohstoff zu begreifen und sinnvoll zu nutzen, steckt auch die Überzeugung, durch die Verknüpfung der unterschiedlich pflegenden Akteure Synergieeffekte zu erzeugen, um eine Qualitätsverbesserung und eventuelle Kostenreduktion in der Pflege zu erzielen.

Eingesetzte Methoden

Untersucht werden sollten die aktuellen Rahmenbedingungen und die tatsächliche energetische Nutzung von Pflegematerialien im Emscher Landschaftspark. Hierzu wurden Modellkommunen ausgesucht, deren Datengrundlagen es erlauben, als Modellräume für eine regionale Biomassestrategie zu fungieren. Darauf aufbauend wurde gemäß Antrag ein Kennzahlensystem für Biomasse aus der Grünflächenpflege entwickelt, sowie Pflegekonzepte für vorhandene Grünflächen, die auf eine Nutzung des Grünschnitts ausgerichtet sind. Der Status Quo der energetischen Nutzung wurde durch zahlreiche Interviews ermittelt. In einer Pilotphase wurde zusätzlich mit zwei Projektpartnern erprobt, wieviel Rasenschnitt im Laufe einer Vegetationsperiode anfällt und wie hoch der Methangehalt des Substrats im Jahresgang ist. Aus allen Teilschritten wurden Szenarien für Pflegeakteure un unterschiedlichen Konstellationen entwickelt, die exemplarisch die regionale Biomassestrategie Emscher Landschaftspark darstellen.

Zwischenergebnisse

Gerade vor dem Hintergrund der langfristig angespannten finanziellen Situation der Kommunen sind die Städte und regionalen Akteure zunehmend an einer Änderung der jetzigen Praxis interessiert. Um die Energiewende auf der lokalen Ebene mit konkreten operativen Maßnahmen zu hinterlegen, nachhaltig Energiekosten zu reduzieren und Synergien mit anderen öffentlichen Aufgaben wie der Unterhaltung ihrer öffentlichen Grünflächen zu nutzen.

Das Thema der Biomassenutzung ist, aufgrund der anstehenden Energiewende und zahlreichen Best-Practice-Beispielen aus anderen Regionen, für viele Akteure interessant, so dass der Großteil zur konstruktiven Mitarbeit bereit war. Häufig reduziert sich das Interesse auf den rein ökonomischen Ertrag, obwohl hinter der energetischen Nutzung von Pflegematerial mehr Potenzial steckt als nur der wirtschaftliche Profit. Die Skepsis gegenüber den Wertstoffketten ist bei einigen Partnern vorhaden. Häufig wird nur sektoral gedacht und das Potenzial der eigenen Flächen oder nur Teilflächen betrachtet, was denn verständlicherweise zu keiner wirtschaftlich darstellbaren Anlage führt. Eine gute Grundlage bieten daher die Grünflächeninformationssysteme, die - kombiniert mit dem Biomassecode - belastbare Zahlen des tatsächlichen Potenzials liefern und Aussagen darüber treffen, ob das Material eines Akteurs ausreicht, welche anderen städtischen Reststoffmassen hinzugezogen werden müssten oder mit wem Kooperationen denkbar wären.

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Jörg Dettmar (TU Darmstadt), Bianca Porath (TU Darmstadt), Prof. Dr. Hans-Peter Rohler (Hochschule Ostwestfalen-Lippe)

Berichte und Dokumente Filme zum Projekt KuLaRuhr