Projektsteckbrief

Optimierung der Energieeffizienz von Siedlungen – KuLaRuhr, Teilprojekt 1, Maßnahme 1.1

Projekttitel

Verbundvorhaben „KuLaRuhr - Nachhaltige urbane Kulturlandschaft in der Metropole Ruhr“, Teilprojekt 1: "Weiterentwicklung der urbanen Kulturlandschaft der Metropole Ruhr durch nachhaltiges Landschaftsmanagement", Maßnahme 1.1 „Optimierung der Energieeffizienz von Siedlungen“

Laufzeit

Verbundvorhaben KuLaRuhr: 05/2011 – 06/2014,
Maßnahme 1.1: 12/2012 – 06/2014

Auftraggeber

BMBF – Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“,  
Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklung“
Projektträger: PTJ Jülich
Förderkennzeichen:  033L020A

Projektleitung

Leitung / Koordination im Verbundprojekt KuLaRuhr: Prof. Dr. B. Sures, Universität Duisburg-Essen,
Leitung Maßnahme 1.1: Prof. Dr.-Ing. J. Dettmar, TU Darmstadt

Konsortium

Universität Duisburg-Essen
Angewandte Zoologie/Hydrobiologie (Prof. Dr. B. Sures, Prof. Dr. D. Hering)
Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft (Prof. Dr.-Ing. R. Widmann, Dr.-Ing. T. Mietzel)
Umweltwirtschaft und Controlling (Prof. Dr. C. Lange, Dipl.-Kfm. M. Pianowski)
Transportsysteme und -logistik (Prof. Dr.-Ing. B. Noche, Dipl.-Ing. A. Al-Mansi)
Angewandte Klimatologie und Landschaftsökologie (Dr. S. Weber)

Technische Universität Darmstadt
FB Architektur, FG Entwerfen u. Freiraumplanung
(Prof. Dr.-Ing. J. Dettmar)

Hochschule Ostwestfalen-Lippe
FB Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
(Prof. Dr.-Ing. H.-P. Rohler)

Ruhr-Universität Bochum
Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik
(Prof. Dr.-Ing. M. Wichern, Dipl.-Ing. M. Lübken, Dr. E. Maile)

Universität Kassel
(Prof. Dr. D. Ipsen, Dr. S. Kost, Dr. H. Glasauer)

Ruhr-Institut
(Prof. Dr. rer. pol. Dr. h. c. mult. F. P. Lang, B.-F. Böttcher)

Heinemann & Partner Rechtsanwälte
(Dr. W. D. Sondermann)

Regionalverbund Ruhr (RVR)
(M. Schwarze-Rodrian, F. Bothmann)

Landwirtschaftskammer des Landes NRW (LWK)
(R. Born, B. Pölling)

Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr)
(M. Schwarze-Rodrian)

InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop
InnovationCity Management GmbH
(Geschäftsführer B. Drescher, Oberbürgermeister B. Tischler)
Ansprechpartner zur Maßnahme 1.1: Optimierung der Energieeffizienz von Siedlungen (Jana Gienke) 

Stadt Bottrop
(Oberbürgermeister B. Tischler)

Nachhaltige urbane Kulturlandschaft in der Metropole Ruhr (Rahmenantrag)
(Christina Kleinheins)

Projektziele

Das Thema des Verbundvorhabens KuLaRuhr ist „Fläche, Wasser, Energie: Entwicklung und Integration innovativer planerischer, ökologischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und technischer Lösungen in ein Gesamtkonzept zur Steigerung der Lebens- und Standortqualität in der Metropole Ruhr“.

Das Ziel des Verbundvorhabens ist die Planung, Entwicklung, Verknüpfung und exemplarische Umsetzung von Flächennutzungen in einem urbanen Raum und seiner Peripherie, die zu einem nachhaltigen Einsatz der Ressourcen Fläche, Wasser und Energie beitragen und so die Attraktivität einer Region und damit ihre Lebensqualität steigern. Als Modellraum für das Verbundvorhaben dient die Metropole Ruhr. Das Projekt unterstützt die Entwicklung der Metropole Ruhr zu einer modernen, postindustriellen Kulturlandschaft, in der die Menschen gerne leben und arbeiten. Neben Verbesserungen der Lebensqualität und geht es um die Sicherung des Grundstückswertes, gerade auch des innerstädtische Lebensraumes, um die Ausweitung der Flächennutzung in den Randbereichen zu minimieren.

Neben großflächigen Projekten werden im Verbundprojekt Fallbeispiele herangezogen. Hierzu wird auch die in Kooperation mit der ICR durchgeführte Maßnahme 1.1 „Optimierung der Energieeffizienz von Siedlungen“ gezählt.

Die zu erwartenden Ergebnisse dieser Maßnahme gliedern sich in zwei Bereiche:

1. Handlungsleitfaden:

Handlungsanweisungen zur energetischen Optimierung von Wohnsiedlungen mit besonderem Fokus auf siedlungsinterne und siedlungsnahe Freiräume. Betrachtet werden verschiedene Freiflächenstrukturen in Hinblick auf die Nutzung aktiver und passiver energetischer Potentiale von grünbestimmten Freiflächen in Siedlungen, beispielsweise die Potenziale der

Energieerzeugung (v.a. Biomasseanbau und -verwertung, Geothermie, PV und Solarthermie),

Energieeinsparung (v.a. Gebäudebegrünung, Verschattung. Abwärmenutzung) und der Potenziale

- zum Lastspitzenausgleich (v.a. Mikroklima, Wassermanagement).

Dabei wird die Kombinierbarkeit neuer energetischer Belange mit den unterschiedlichen bestehenden Nutzungsanforderungen (Naherholung, Spiel, Sport, Repräsentative Gestaltung, Regenwasserbewirtschaftung, Arten- und Biotopschutz) der grünbestimmten Freiräumen beachtet.

2. Entwürfe / Anwendung

Anwendung der Handlungsanweisungen in planerischen Konzepten für ausgewählte Wohnsiedlungen im Pilotgebiet der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop bis zum Entwurfsstadium. Die ausgewählten Modellsiedlungen sind im Besitz von Wohnungsbaugesellschaften, was die Chance einer Umsetzung der Testentwürfe erhöht.

Die Maßnahme verwendet die bislang vorliegenden Ergebnisse des an der TU Darmstadt laufenden Forschungsprojektes "UrbanReNet" (2009-2012), das im Rahmen der Forschungsinitiative Eneff:Stadt (BMWi) durchgeführt wird.

Eingesetzte Methoden

Das Verbundvorhaben KuLaRuhr ist transdisziplinär angelegt und bearbeitet - einzeln und in Kombination - technische, ökologische, ökonomische, juristische und soziologische Fragestellungen.

Voraussetzungen für das Erreichen der übergeordneten Ziele sind Forschung und Entwicklungsaktivitäten anhand von Fallbeispielen, die exemplarische Umsetzung der Ergebnisse sowie die Etablierung einer intraregionalen Kommunikationsplattform, um die Datenbasis eines gut funktionierenden Netzwerkes regionaler Akteure bereitzustellen.

Um den Erfolg dieser Strategie nachhaltig zu sichern, werden zudem Finanzierungs- und Betreibermodelle entwickelt, die auf die Akzeptanz der Betroffenen auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben treffen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung dezentraler Systeme, die auf zentrale Systeme abgestimmt sind, und einer Nutzung von Synergieeffekten im Bereich Wasser, Energie und Landmanagement.

Expertengespräche, Umfragen und Ortbegehungen und –Analysen sind Bestandteil vieler Teilprojekte und Maßnahmen des Verbundprojektes. Die Maßnahme 1.1 beispielsweise führt Expertengespräche mit Wohnungsbaugesellschaften, wertet Luftbilder und Kartenmaterial aus und analysiert die energetischen Verbrauchswerte und die Freiflächenstrukturen in ausgewählten Modellsiedlungen. Das Pilotgebiet wird kategorisch in verschiedene Stadtraumtypen unterteilt. Darüber hinaus werden theoretische Berechnungen von Optimierungspotenzialen durchgeführt und konkrete Entwürfe für die Modellsiedlungen skizziert.

Zwischenergebnisse

Da die Teilprojekte und Maßnahmen des Verbundprojektes sehr vielseitig und umfassend sind, können an dieser Stelle keine Ergebnisse anderer Teilprojekte aufgeführt werden. Diese werden auf der Internetseite des Verbundprojekts KuLaRuhr dargestellt (www.kularuhr.de). Für die Maßnahme 1.1, also das Kooperationsprojekt mit der ICM, sind insbesondere folgende Erkenntnisse zu nennen:

  • In dem Pilotgebiet der ICR  finden sich viele Gebäude des Stadtraumtypen freistehende kleine Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Die Bestände der Vivawest sind zu einem beträchtlichen Anteil bereits saniert worden, doch ein dezentrales Regenwassermanagement ist in den Beständen von Wohnungsbaugesellschaften selten.
  • Anfallende Biomasse aus der Freiflächenpflege wird derzeit nicht verwertet.
  • Der für verschiedene Stadtraumtypen ermittelte energetische Bedarf stimmt weitestgehend mit dem tatsächlichen Verbräuchen überein.
  • In allen Modellsiedlungen kann der energetische Jahresbedarf (Strom und Wärme) theoretisch über regenerative Energiequellen innerhalb der Siedlungen gedeckt werden. Insbesondere Geothermie, Solarthermie und Photovoltaik stellen große Potenziale dar. Eine saisonale Bedarfsdeckung ist im Winter jedoch nicht gewährleistet (Speicherpotenziale wurden nicht betrachtet).
  • Die Lage der Siedlungen und die Art Freiflächenstrukturen innerhalb bzw. angrenzend an die Siedlungen können einen Temperaturunterschied von mehreren Grad C ausmachen (dies haben mikroklimatische Messungen ergeben).
  • Berücksichtigt man die vorhandenen Nutzungsstrukturen, sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Freiflächen sehr eingeschränkt, so dass diese nur sehr bedingt eine energetische oder klimatische Funktion erfüllen könnten.
Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Jörg Dettmar (TU Darmstadt), Jana Gienke (TU Darmstadt/Wuppertal Institut), Sandra Sieber (TU Darmstadt)

Berichte und Dokumente KuLaRuhr: Kurzpräsentation www.icruhr.de/index.php?id=103