Covestro Zukunftshaus in Bottrop eröffnet

• Vorzeigeobjekt im Rahmen von InnovationCity Ruhr • Bundesbauministerin Hendricks informiert sich über bundesweites Modellprojekt • KlimaExpo.NRW nimmt Geschäftsgebäude in Leis-tungsschau des Landes auf

Bottrop, 16. Oktober 2015 – Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks hat heute in Bottrop das Covestro Zukunftshaus eingeweiht. Das Geschäftsgebäude in der Innenstadt erzeugt nach umfassender Sanierung mehr Energie als es verbraucht und ist damit ein Vorzeigeobjekt der InnovationCity Ruhr. Zugleich kann es als bundesweites Modell für die ökologische Modernisierung vieler anderer Gewerbeimmobilien dienen. Im Rahmen der Einweihung wurde das Haus von der KlimaExpo.NRW offiziell in die Riege der Vorreiter für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen aufgenommen.

An der Zeremonie nahmen außerdem Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Bauherr Oliver Helmke sowie Dr. Joachim Wolff vom Werkstoffhersteller Covestro teil, der an der Sanierung großen Anteil hatte. Zugegen waren ferner  Burkhard Drescher, Geschäftsführer Innovation City Management GmbH, sowie Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW.

Geschäftshaus aus 60er Jahren komplett saniert
Die umfangreiche Sanierung des Gebäudes aus den 60er Jahren geht auf einen 2012 ausgelobten Wettbewerb der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop zurück. In dieser Ausschreibung wurden drei für die Ruhrregion typische, in die Jahre gekommene Immobilien aus den Kategorien Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Geschäftshaus gesucht, die nach ihrer Umwandlung zum Plus-Energie-Gebäude den aktuellen Stand der Technologie- und Produktentwicklung im Bausektor widerspiegeln. Den Abschluss bildete in diesem Jahr nun die Fertigstellung des Geschäftshauses.

Als führender Partner des Projekts leistete Covestro, die vormalige Bayer MaterialScience, einen maßgeblichen Beitrag zur Energieeinsparung durch den Hochleistungs-Dämmstoff Polyurethan. Gleichzeitig unterstützte das Unternehmen die Modernisierung auch mit dem integralen Know-how seiner Industriepartner aus dem EcoCommercial Building Programm (ECB). Diese und weitere Unternehmen steuerten zusätzliche Produkte und Lösungen für das Vorhaben bei.

Burkhard Drescher erklärte: „Mit der Fertigstellung des Covestro Zukunftshauses haben wir nun, in enger Kooperation mit unseren engagierten Partnern aus der Wirtschaft, drei Leuchttürme für den aktuellen ‚State of the Art‘ bei der energetischen Modernisierung von Bestandsgebäuden geschaffen. Durch diese Praxisbeispiele betonen wir die technische Machbarkeit solcher Vorhaben und zeigen wirkungsvolle Ansätze für die Reduzierung von CO2-Emissionen auf.“

Zusammenspiel der Maßnahmen entscheidend
Dr. Joachim Wolff, der bei Covestro den Geschäftsbereich Polyurethane leitet, betonte: „Entscheidend ist, dass Gebäude im bestmöglichen Zusammenspiel einzelner Maßnahmen energetisch optimiert werden. Mit dem Covestro Zukunftshaus ist dies geglückt. Wir hoffen, dass von ihm eine Signalwirkung für viele andere  Sanierungsvorhaben ausgeht.“

Bauherr und Projektentwickler Oliver Helmke unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Da es das einzige uns bekannte Geschäftshaus weltweit ist, das sich durch eine Komplettsanierung zum Energie-Plus-Haus gewandelt hat, messen wir dem Gebäude eine globale Vorbildfunktion in Sachen Nachhaltigkeit bei.“

KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Dr. Heinrich Dornbusch überreichte die Urkunde zur Aufnahme des Projekts in die Leistungsschau des Landes Nordrhein-Westfalen an Dr. Wolf von Covestro. „Nutzerkomfort und Klimaschutzwirkung müssen bei der Stadtentwicklung Hand in Hand gehen, nur so können wir unsere Klimaschutzziele erreichen und dabei alle Akteure mitnehmen“, betonte Dornbusch. „Mit dem Covestro Zukunftshaus zeigen die Projektpartner, wie das möglich ist. Das wollen wir ins Schaufenster stellen und so zum Nachahmen anregen.“

Technische Komponenten
Bei der Sanierung des Gebäudes kam eine Mischung aus innovativen und erprobten Komponenten zum Einsatz, die einen CO2-neutralen Betrieb einschließlich aller Geräte im Haus ermöglichen. So wurden neben einer optimierten PU-Gebäudedämmung auch dreifach verglaste Fenster mit Lamellen im Scheibenzwischenraum verbaut, die eine maximale Außenlichtnutzung ermöglichen. Über Glasfasertechnik wird zudem Sonnenlicht direkt in Räume geleitet, die auf Grund der baulichen Gegebenheiten nicht über Fenster verfügen. Diese Beleuchtung wird durch LED-Lichttechnik mit Präsenzmeldern ergänzt.

Die Stromerzeugung wird durch eine Photovoltaikanlage mit einem prognostizierten Jahresertrag von 26.000 Kilowattstunden und angeschlossenem Stromspeicher sichergestellt; weitere 300 Leistung steuert eine vertikale Windkraftanlage bei. Zur Wärmeversorgung werden eine Geothermie-Wärmepumpe sowie Fernwärme zur Abdeckung von Spitzenlasten genutzt.

Auch die Mieter profitieren von den Technologien: Eine dezentrale Lüftungsanlage mit über 90-prozentiger Energierückgewinnung und eingebundene CO2-Fühler sorgen für ein optimales Arbeitsklima. Auch das Thema Energiekosten spielt für die Nutzer des Gebäudes keine Rolle mehr, da die Gewerberäume brutto-warm vermietet werden.