RWE Zukunftshaus gelingt die Energiewende

• Bestandsgebäude aus den 60er Jahren erzeugt mehr Energie als verbraucht wird • Kombination von innovativen und erprobten Modernisierungsmaßnahmen ermöglicht Erreichen des Plus-Energie-Niveaus

Worum ging es?

Die InnovationCity Ruhr suchte im Jahr 2012 drei Häuser aus den Kategorien Einfamilien-, Mehrfamilien- und Geschäftshaus, die aus dem Bestand zu Plus-Energie-Häusern saniert werden sollten. Im Kern ging es darum, den Verbrauch dieser Gebäude drastisch zu senken und gleichzeitig mit lokaler Eigenerzeugung einen Energieüberschuss zu erreichen. Zusammen mit rund 30 Partnern aus der Industrie ist der Praxistest beim Einfamilienhaus, dem RWE Zukunftshaus, nun nachweislich gelungen: In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres stand nach Auswertungen der Hochschule Ruhr-West am nun ein Plus unter der Energiebilanz des Gebäudes.

Was wurde erreicht?

Bereits in der ersten Jahreshälfte 2014 war der Energiebezug des RWE Zukunftshauses um 99 Prozent gesenkt worden. Das grundsanierte, neu gedämmte Haus benötigte nur noch 900 kWh anstelle von zuvor 72.000 kWh pro Jahr.

In der zweiten Jahreshälfte konnte dann bereits ein leichter Überschuss von etwa 190 kWh erzeugt werden. Dafür kommen im Zukunftshaus regenerative Energien zum Einsatz: Photovoltaik mit Batteriespeicher für Solarstrom, Solarthermie für die Warmwasserbereitung sowie Erdwärme für Heizung und Kühlung.

„Damit zeigen wir, dass auch im Bestand ein energetischer Standard erreicht werden kann, wie ihn die Energiewende zukünftig von Wohngebäuden fordert“, sagt Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsführer bei RWE Effizienz. „Dank der wissenschaftlichen Begleitung und der engen Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen ist es gelungen, die neueste Technik zu einem funktionierenden Gesamtsystem zu verknüpfen und das über 50 Jahre alte Haus energetisch zu optimieren.“

Entscheidend für die „Energiewende von unten“ ist, dass Privathaushalten grüne Energie genau dann zur Verfügung steht, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. Das Zusammenspiel von Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Verbrauch regelt im Zukunftshaus die Haussteuerung RWE SmartHome. Dadurch wird erreicht, dass z. B. der größte Teil des gewonnenen Solarstroms auch direkt im Haus verbraucht wird. Strombezug und Stromrechnung sinken entsprechend.

„Dezentrales Energiemanagement durch vernetzte Haustechnik ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende.“ sagt Prof. Viktor Grinewitschus vom Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr. „Denn intelligente Assistenzsysteme ermöglichen die bedarfsgerechte Versorgung, steigern die Effizienz, senken die Energiekosten und erhöhen dabei Wohnkomfort und Sicherheit.“ Der nächste Schritt ist die sinnvolle Einbindung in die öffentliche Infrastruktur: Smart Homes sind die Basis für Smart Cities, in denen erneuerbare Energien effizient genutzt werden. Das bedeutet, dass Wohnhäuser, Bürogebäude und auch Elektroautos ins Energiesystem voll integriert sind.

Quelle: RWE Effizienz/ICM